Heilpraktikerverzeichnis

Glossar

Dieses Glossar erklärt die Begriffe, die rund um Heilpraktiker & Alternativmedizin immer wieder auftauchen. Jeder Begriff beginnt mit einer Erklärung in ein bis zwei Sätzen und nennt danach, was er für Sie bedeutet.

38 Begriffe

Heilpraktiker

Ein Heilpraktiker darf in Deutschland Kranke behandeln, ohne Arzt zu sein. Dafür braucht er eine behördliche Erlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz, die er erst nach einer Überprüfung seiner Kenntnisse durch das Gesundheitsamt bekommt.

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Heilpraktikergesetz

Das Heilpraktikergesetz vom 17. Februar 1939 verlangt, dass jeder, der ohne Arzt zu sein Kranke behandeln will, dafür eine behördliche Erlaubnis hat. Es erklärt, was Heilkunde ist, und stellt die Behandlung ohne Erlaubnis unter Strafe.

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Erlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz

Die Erlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz ist die behördliche Genehmigung, ohne Arzt zu sein Kranke zu behandeln. Sie bekommt, wer die Überprüfung beim Gesundheitsamt besteht und weitere Voraussetzungen wie das Mindestalter erfüllt. Eine Verbandsmitgliedschaft ersetzt sie nicht.

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Approbation

Die Approbation ist die staatliche Zulassung als Arzt. Sie bekommt, wer mindestens sechs Jahre Medizin studiert, die ärztliche Prüfung bestanden hat und ausreichend Deutsch kann. Mit ihr darf man in Deutschland unter der Bezeichnung Arzt Kranke behandeln.

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Heilkunde

Heilkunde ist im Gesetz jede berufs- oder gewerbsmäßige Tätigkeit, mit der jemand bei Menschen Krankheiten, Leiden oder Körperschäden feststellt, heilt oder lindert. Wer sie ausübt, ohne Arzt zu sein, braucht dafür eine Erlaubnis.

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Heilpraktikerprüfung

Die Heilpraktikerprüfung heißt amtlich Kenntnisüberprüfung und findet beim Gesundheitsamt statt. Sie besteht aus einem schriftlichen und einem mündlich-praktischen Teil und ist Voraussetzung für die Erlaubnis. Zum mündlichen Teil kommt nur, wer den schriftlichen besteht.

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Gesundheitsamt

Das Gesundheitsamt ist die örtliche Behörde des öffentlichen Gesundheitsdienstes. Bei Heilpraktikern überprüft es die Kenntnisse der Bewerber und wirkt an der Erlaubnis mit. Die Bundesregierung nannte 2020 rund 375 Gesundheitsämter in Deutschland.

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Voll-Heilpraktiker

Voll-Heilpraktiker nennt man Heilpraktiker mit einer Erlaubnis für die gesamte Heilkunde, im Unterschied zu sektoralen Heilpraktikern, deren Erlaubnis auf ein Fachgebiet beschränkt ist. Das Wort steht nicht im Gesetz, es ist ein gebräuchlicher Ausdruck.

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Sektoraler Heilpraktiker

Ein sektoraler Heilpraktiker hat eine Erlaubnis, die von vornherein auf ein einzelnes Fachgebiet beschränkt ist. Bekannte Beispiele sind Psychotherapie, Physiotherapie und Podologie, also medizinische Fußpflege. Außerhalb des Fachgebiets darf er nicht behandeln.

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Heilpraktiker für Psychotherapie

Ein Heilpraktiker für Psychotherapie hat eine Erlaubnis, die auf Psychotherapie beschränkt ist, und heißt umgangssprachlich kleiner Heilpraktiker. Er darf seelische Störungen behandeln, aber keine körperlichen Krankheiten. Approbierte Psychotherapeuten sind eine andere Berufsgruppe.

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Berufsordnung für Heilpraktiker

Die Berufsordnung für Heilpraktiker, kurz BOH, ist ein Regelwerk mit Standesregeln, das sechs große Heilpraktikerverbände gemeinsam verfasst haben. Sie ist kein Gesetz. Sie regelt unter anderem Schweigepflicht, Aufklärung, Dokumentation und Werbung.

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Naturheilkunde

Naturheilkunde umfasst Heilverfahren, die mit natürlichen Reizen arbeiten, etwa mit Wasser, Heilpflanzen, Bewegung und Ernährung. Sie sollen die Selbstheilungskräfte des Körpers unterstützen. Ob ein einzelnes Verfahren wirkt, muss für jede Methode gesondert geprüft werden.

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Alternativmedizin

Alternativmedizin meint Behandlungsmethoden, die sich als Ersatz für die wissenschaftlich begründete Medizin verstehen, also für die Schulmedizin. Beispiele sind Homöopathie und Traditionelle Chinesische Medizin. Die Komplementärmedizin will die Schulmedizin dagegen nur ergänzen.

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Komplementärmedizin

Komplementärmedizin bezeichnet Behandlungsmethoden, die die Schulmedizin ergänzen, statt sie zu ersetzen. Schulmedizin nennt man die an Hochschulen gelehrte Medizin. Als Beispiele nennt die Quelle swissmom Homöopathie, Akupunktur und Traditionelle Chinesische Medizin.

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Homöopathie

Homöopathie ist ein Verfahren, das Samuel Hahnemann Ende des 18. Jahrhunderts begründete. Sein Grundsatz lautet: Ähnliches heilt Ähnliches. Für kein homöopathisches Mittel ist nachgewiesen, dass es besser wirkt als ein Scheinmedikament.

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Traditionelle Chinesische Medizin

Die Traditionelle Chinesische Medizin, kurz TCM, ist ein Heilkonzept aus China mit fünf Säulen: Akupunktur, Arzneimittel aus Heilpflanzen, Bewegungsübungen wie Qigong, Massage namens Tuina und Ernährungslehre. Nach chinesischer Vorstellung soll die Behandlung die gestörte Lebensenergie Qi wieder ins Fließen bringen.

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Akupunktur

Akupunktur ist eine Behandlung aus der Traditionellen Chinesischen Medizin, bei der feine Nadeln an bestimmten Körperpunkten gesetzt werden. Seit 2007 zahlen gesetzliche Krankenkassen sie bei chronischen Rückenschmerzen und chronischen Knieschmerzen durch Gelenkverschleiß, wenn Vertragsärzte mit Zusatzausbildung behandeln.

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Osteopathie

Osteopathie ist eine manuelle Behandlung: Therapeuten wollen mit den Händen Bewegungseinschränkungen im Gewebe aufspüren und lösen. Begründet hat sie im 19. Jahrhundert der amerikanische Arzt Andrew Taylor Still. Der IGeL-Monitor bewertet ihren Nutzen bei Kreuzschmerzen ohne erkennbare Ursache als unklar.

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Phytotherapie

Phytotherapie ist die Behandlung mit pflanzlichen Arzneimitteln, also mit Mitteln aus Pflanzen, Pflanzenteilen oder Pflanzenbestandteilen. Beschreibungen einzelner Heilpflanzen enthalten die Monografien der Kommission E, die im Bundesanzeiger veröffentlicht wurden.

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Bioresonanztherapie

Die Bioresonanztherapie ist ein Verfahren aus den 1970er-Jahren, das die Selbstheilungskräfte stärken soll. Ein Gerät misst elektromagnetische Schwingungen des Patienten, kehrt die als krankhaft eingestuften um und leitet sie zurück. Der Bund Deutscher Heilpraktiker schreibt selbst, sie sei wissenschaftlich nicht anerkannt.

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Eigenbluttherapie

Bei der Eigenbluttherapie wird Blut aus einer Vene entnommen, oft im Labor aufbereitet und dem Körper wieder zugeführt, meist als Spritze. Es soll Heilungsprozesse anregen und das Immunsystem stärken. Die Techniker Krankenkasse nennt die Wirksamkeit wissenschaftlich umstritten.

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Schröpftherapie

Beim Schröpfen setzt der Behandler Gläser mit Unterdruck auf die Haut. Man unterscheidet trockenes Schröpfen, blutiges Schröpfen mit vorherigem oberflächlichem Anritzen der Haut und die Schröpfkopfmassage. Es soll die Durchblutung fördern und Verspannungen lösen.

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Ausleitende Verfahren

Ausleitende Verfahren sind Methoden der Naturheilkunde, die nach ihrer eigenen Lehre schädliche oder krankmachende Stoffe aus dem Körper entfernen sollen. Das Schröpfen zählt der Bund Deutscher Heilpraktiker dazu.

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Anamnese

Die Anamnese ist das Gespräch über Ihre Krankengeschichte, mit dem eine Behandlung beginnt. Der Behandler fragt nach aktuellen Beschwerden, Vorerkrankungen, Medikamenten, Lebensumständen und Erkrankungen in der Familie. Ärzte und Heilpraktiker führen sie durch.

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GebüH

GebüH steht für Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker. Es führt einzelne Leistungen einer Heilpraktikerpraxis mit üblichen Preisspannen in Euro auf. Herausgegeben haben es Heilpraktikerverbände, es ist keine gesetzliche Gebührenordnung wie die für Ärzte.

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Anlage 2 BBhV

Anlage 2 der Bundesbeihilfeverordnung nennt Höchstbeträge für Leistungen von Heilpraktikern. Bis zu diesen Beträgen gelten die Kosten als angemessen, wenn Beamte des Bundes und weitere Berechtigte Beihilfe beantragen. Beihilfe ist der Zuschuss des Staates als Arbeitgeber zu den Krankheitskosten von Beamten.

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Heilmittelwerbegesetz

Das Heilmittelwerbegesetz, kurz HWG, regelt die Werbung im Gesundheitswesen. Es erfasst Arzneimittel ebenso wie Verfahren, Behandlungen und Gegenstände, wenn die Werbung sich auf die Erkennung, Beseitigung oder Linderung von Krankheiten bezieht. Damit gilt es auch für Heilpraktiker.

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Heilpraktikerverband

Ein Heilpraktikerverband ist ein freiwilliger Berufsverband für Heilpraktiker, in Deutschland zum Beispiel der Bund Deutscher Heilpraktiker (BDH) und der Verband Unabhängiger Heilpraktiker (VUH). Die Mitgliedschaft ersetzt die behördliche Erlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz nicht.

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Chiropraktik

Chiropraktik ist eine manuelle Behandlung, die 1895 der Amerikaner Daniel David Palmer begründet hat. Der Behandler bewegt mit gezielten Griffen vor allem die Wirbelsäule und Gelenke. In Deutschland ist sie kein eigener Heilberuf und darf nur von Ärzten und Heilpraktikern angewendet werden.

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KiSS-Syndrom

Das KiSS-Syndrom, kurz für kopfgelenkinduzierte Symmetriestörung, ist die Annahme, dass eine Funktionsstörung der obersten Halswirbelsäule bei Säuglingen eine Schiefhaltung des Kopfes und weitere Beschwerden verursacht. Biedermann stellte sie 1991 auf. Dass es dieses Krankheitsbild gibt, ist wissenschaftlich nicht belegt.

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Potenzierung

Potenzierung heißt in der Homöopathie, einen Ausgangsstoff schrittweise zu verdünnen und dabei jede Stufe zu verschütteln oder mit Milchzucker zu verreiben. D-Potenzen werden je Stufe 1 zu 10 verdünnt, C-Potenzen 1 zu 100, Q- oder LM-Potenzen 1 zu 50.000.

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Schüßler-Salze

Schüßler-Salze sind zwölf Mineralsalze, die nach dem Konzept von Wilhelm Heinrich Schüßler aus dem Jahr 1873 wie homöopathische Mittel verdünnt werden, meist auf D6 oder D12. Schüßler nahm an, viele Krankheiten gingen auf einen gestörten Mineralhaushalt zurück.

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Hypnotherapie

Hypnotherapie nutzt die Trance, einen Zustand fokussierter Aufmerksamkeit, um problematisches Verhalten und belastende Gefühle zu verändern. Der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie erkannte sie 2006 bei Erwachsenen nur für 2 von 12 geprüften Anwendungsbereichen an, bei Kindern und Jugendlichen für keinen.

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Hufeland-Verzeichnis

Das Hufeland-Verzeichnis, mit vollem Titel Hufeland-Leistungsverzeichnis, ist eine Übersicht über Leistungen der Naturheilkunde, der komplementären und der integrativen Medizin mit empfohlenen Abrechnungsziffern. Herausgeber ist die Hufelandgesellschaft für Gesamtmedizin.

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Außergewöhnliche Belastung

Eine außergewöhnliche Belastung ist ein Steuerabzug für Kosten, die Ihnen zwangsläufig entstehen, zum Beispiel wegen einer Krankheit. Berücksichtigt wird nur der Teil, der Ihre zumutbare Belastung übersteigt. Sie liegt je nach Einkommen, Familienstand und Kinderzahl bei 1 bis 7 Prozent Ihrer Einkünfte.

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Behandlungsvertrag

Der Behandlungsvertrag ist die Vereinbarung, in der jemand einem Patienten eine medizinische Behandlung zusagt und der Patient die vereinbarte Vergütung zahlt, soweit nicht ein Dritter, etwa eine Kasse, zahlen muss. Er gilt für Ärzte ebenso wie für Heilpraktiker und andere Behandelnde.

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Schweigepflicht

Die Schweigepflicht verbietet es, weiterzugeben, was ein Behandler bei seiner Arbeit über Patienten erfährt. Bei Ärzten ist ein Bruch der Schweigepflicht strafbar. Heilpraktiker nennt die Strafvorschrift des Strafgesetzbuchs nicht, weil ihre Ausbildung nicht staatlich geregelt ist. Für sie hält die Berufsordnung die Pflicht fest.

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Beweislastumkehr

Beweislastumkehr bedeutet: Normalerweise muss der Patient beweisen, dass ein Behandlungsfehler ihm geschadet hat. In fünf Fällen kehrt das Bürgerliche Gesetzbuch das um, und der Arzt oder Heilpraktiker muss das Gegenteil beweisen.

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